Ziele, Satzung und Beitritt
Was der Heimatverband Eutin sich vorgenommen hat, wie der Vorstand arbeitet und wie Sie Mitglied werden. Der Beitrag ist bewusst niedrig gehalten, damit Alter und Geldbeutel niemanden ausschließen.
Verein kennenlernenDer Heimatverband Eutin sammelt, erforscht und vermittelt, was diese Stadt und ihr Umland ausmacht: Bauten und Straßenzüge, Seen und Knicks, Namen, Sprache und die Geschichten der Menschen, die hier gelebt haben. Wir arbeiten ehrenamtlich, öffentlich und für alle, die mehr wissen wollen als das, was auf den Hinweistafeln steht.
Eutin liegt in einer Landschaft, die von der letzten Eiszeit geformt wurde. Zwischen den Endmoränen der Holsteinischen Schweiz haben sich Rinnenseen gebildet, dazwischen liegen Äcker, Knicks und alte Wege, die man heute kaum noch als solche erkennt. Genau dort setzt unsere Arbeit an. Wir schauen uns an, wie aus einer Burg am Wasser eine Residenzstadt wurde, warum bestimmte Dörfer dort liegen, wo sie liegen, und was von der Geschichte im Boden, in den Archiven und in den Fassaden übrig geblieben ist.
Der Heimatverband versteht sich dabei nicht als Museum. Wir sind eine Gruppe von Menschen mit sehr unterschiedlichen Berufen und Vorkenntnissen: Lehrerinnen, Handwerker, Landwirte, Bibliothekare, Ruheständler, gelegentlich auch Studierende, die an einer Abschlussarbeit über die Region sitzen. Was uns verbindet, ist die Neugier auf das Nahe. Wer bei uns mitmacht, muss keine Fachliteratur gelesen haben. Es reicht, wenn Sie einmal vor einem alten Hof gestanden haben und wissen wollten, wer ihn gebaut hat.
Unsere Tätigkeit ruht auf mehreren Säulen. Wir veranstalten Vorträge und Exkursionen, wir geben heimatkundliche Veröffentlichungen heraus, wir unterstützen Forschungs- und Denkmalprojekte mit Zuschüssen, und wir melden uns zu Wort, wenn im Stadtbild oder in der Kulturlandschaft etwas verloren zu gehen droht. Die Satzung hält das fest, aber wichtiger als der Text ist die Praxis: kontinuierliche, geduldige Arbeit über Jahrzehnte.
Jeder Bereich steht für sich, aber sie greifen ineinander. Wer einen Vortrag besucht, findet den Stoff später im Jahrbuch wieder. Wer ein Projekt gefördert bekommt, stellt es irgendwann selbst vor.
Was der Heimatverband Eutin sich vorgenommen hat, wie der Vorstand arbeitet und wie Sie Mitglied werden. Der Beitrag ist bewusst niedrig gehalten, damit Alter und Geldbeutel niemanden ausschließen.
Verein kennenlernenVon der mittelalterlichen Burg über die fürstbischöfliche Residenz bis zur heutigen Kleinstadt am Großen Eutiner See. Dazu die Landschaft ringsum, die alles erklärt, was die Stadt geworden ist.
Geschichte lesenDas Jahresprogramm mit Abendvorträgen im Winterhalbjahr und Fahrten im Sommer. Gäste sind willkommen, eine Mitgliedschaft ist für den Besuch nicht erforderlich.
Programm ansehenEin großer Teil dessen, was wir über Eutin wissen, steht in keinem gedruckten Buch. Es steckt in Fotoalben auf Dachböden, in Hofakten, in Erinnerungen von Menschen, die achtzig Jahre und älter sind. Dieses Wissen verschwindet, wenn niemand es aufschreibt. Deshalb bitten wir immer wieder darum, uns Material zu zeigen, bevor es weggeworfen wird. Manchmal reicht ein Anruf.
Wir suchen ebenso Menschen, die schreiben, fotografieren, transkribieren oder einfach bei Veranstaltungen helfen. Wer Plattdeutsch spricht, kann bei der Erfassung von Flur- und Hofnamen mitarbeiten. Wer sich mit alten Handschriften auskennt, findet in den Archivbeständen genug zu tun. Und wer bloß zuhören will, ist als Gast bei jedem Vortragsabend gern gesehen.
Angebote und Anbieter, auf die wir gern hinweisen. Die Auswahl reicht vom Handwerk bis zum Freizeitbereich.
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https://www.kuechen-leipzig.com/Es gibt eine Vorstellung von Heimatvereinen, die uns regelmäßig begegnet: gemütliche Runden, Kaffee, ein bisschen Nostalgie. An manchen Nachmittagen stimmt das sogar. Der größere Teil der Arbeit sieht anders aus. Wir sitzen vor Akten, deren Schrift kaum noch zu entziffern ist, wir gleichen Katasterkarten mit Luftbildern ab, wir telefonieren Höfe ab, um zu klären, ob ein Gebäude vor oder nach dem Krieg umgebaut wurde. Das ist nicht spektakulär, aber es ist die Grundlage für alles Weitere. Ohne diese Kleinarbeit gäbe es keinen einzigen belastbaren Satz über die Geschichte dieser Stadt.
Der Aufwand hat zugenommen, und das hat konkrete Gründe. Die Generation, die den Krieg, die Flüchtlingsströme aus dem Osten und den Wiederaufbau selbst erlebt hat, ist fast vollständig verstorben. Was früher ein Gespräch am Küchentisch klärte, muss heute aus Schriftquellen rekonstruiert werden. Dazu kommt, dass Nachlässe oft ungeordnet auf den Sperrmüll wandern, weil Angehörige den Wert nicht erkennen. Wir haben Kisten mit Postkarten, Hofrechnungen und Schulheften bekommen, die schon im Container standen. Manches ist gerettet worden, vieles nicht. Wer bei einer Haushaltsauflösung unsicher ist, sollte lieber einmal zu viel bei uns anrufen als einmal zu wenig.
Der häufigste Fehler ist der falsche Umgang mit Fotos. Menschen kleben Abzüge in Alben mit Selbstklebefolie, schreiben mit Kugelschreiber auf die Rückseite oder lagern Kartons auf dem Dachboden, wo im Sommer vierzig Grad herrschen und im Winter Kondenswasser entsteht. Die Bilder verfärben sich, kleben zusammen und lassen sich später nicht mehr trennen. Besser sind säurefreie Hüllen, ein trockener Raum mit gleichbleibender Temperatur und ein weicher Bleistift für Beschriftungen. Zweitens werden Namen vergessen. Ein Foto ohne Angaben zu Personen, Ort und ungefährem Jahr ist historisch fast wertlos, so schön es auch sein mag. Schreiben Sie auf, wer darauf zu sehen ist, solange es noch jemand weiß.
Ein weiteres Problem betrifft Gebäude. Bei Sanierungen verschwinden Details, die niemand für wichtig hält: alte Fenstersprossen, handgestrichene Ziegel, Beschläge, Inschriften an Türbalken. Sie tauchen in keiner Genehmigung auf und werden im Bauablauf einfach entsorgt. Wir raten dazu, vor Beginn der Arbeiten zu fotografieren, und zwar systematisch, jede Fassadenseite und jedes Detail. Das kostet eine halbe Stunde und ersetzt später oft ein ganzes Gutachten. Wo ein Objekt unter Denkmalschutz steht, ist ohnehin die Untere Denkmalschutzbehörde des Kreises einzuschalten, und zwar früh, nicht erst wenn der Bagger da ist.
Die Folgen sind selten dramatisch und fast immer endgültig. Ein Knick, der einmal gerodet ist, wächst nicht in fünf Jahren nach; er braucht Jahrzehnte, und die Artengemeinschaft darin kehrt womöglich nie zurück. Eine Grabplatte, die als Trittstein im Garten endet, ist als Quelle verloren, selbst wenn sie noch existiert. Ein Straßenname, der ohne Prüfung geändert wird, nimmt einen Hinweis auf frühere Nutzungen mit. Nichts davon macht Schlagzeilen. Zusammengenommen führt es aber dazu, dass eine Stadt ihre Lesbarkeit verliert. Wer dann durch Eutin geht, sieht nur noch Häuser, keine Geschichte mehr.
Genau dagegen arbeiten wir, mit begrenzten Mitteln und ohne hauptamtliches Personal. Wir dokumentieren, wir veröffentlichen, wir fördern kleine Projekte, und wir versuchen, bei Planungen rechtzeitig gehört zu werden. Das gelingt nicht immer. Es gelingt aber häufiger, wenn viele Menschen den Verein tragen. Deshalb der offene Hinweis: Eine Mitgliedschaft kostet wenig und wirkt lange. Wer keine Zeit hat, kann uns mit einer Spende unterstützen. Wer beides nicht kann, kommt einfach zu einem Vortrag und bringt jemanden mit, der noch nie da war. Auch das hilft mehr, als es klingt.